Seine Schuhe waren schwarz und glänzten.
Sein Hemd war weiß und sein Anzug schwarz, er glänzte.
An seinem Finger trug er einen Ring, Gold, glänzend. Dieser hatte ihn vermählt mit seiner Gattin, und inzwischen war sie sein Schatten geworden, von dem er wusste, dass er um ihn herum ist wenn die Sonne scheint. Gern hätte er ihn abgelegt, doch nach langer Überlegung hatte er beschlossen ihn zu erdulden, denn er hatte nicht nur ihr das Versprechen gegeben, sondern auch sich selbst.

Viele Jahre vergingen, in denen die Eheleute auseinander wuchsen wie zwei Äste, sie gehörten zusammen und waren doch so weit voneinander getrennt, dass sie sich sommers wie winters nicht berührten.

Und Leo di Loma reiste viel, arbeitete viel, genoss vieles und lebte von Aroma, während seine Gattin so manches Tränchen vergossen und sich bald fühlte wie seine Oma. Und er wurde nicht müde, ihr bei seinen Besuchen von der Welt zu erzählen, die sie nicht mehr erreichen konnte, er erzählte und sprach als sei er nie fort gewesen, tauchte ihren Trübsinn in wonniges goldenes Licht, bis sie bald den Frühling spürte und er sie nicht mehr rührte.

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Ich liebte einst ein Mädchen